Intern
    THE BRINGMANN GROUP: BIOACTIVE COMPOUNDS FROM NATURE

    Debatte im Europäischen Parlament in Straßburg am 22. April 2008 zum Thema "Biodiversité dans la lutte contre le cancer" ("Biodiversität im Kampf gegen Krebs")

    Es werden Möglichkeiten und Chancen zur Nutzbarmachung der Biodiversität z. B. von Pflanzen im tropischen Regenwald diskutiert, um neue Medikamente gegen Krebs und gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln, aber auch Chancen, diese Kooperationen als Kristallisationspunkt für neue Hilfsprojekte "Nord-Süd" zu nutzen.

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    Chance für begabte Studierende

    Erste Exzellenz-Stipendien an der Universität Kinshasa übergeben

    Für Professor Gerhard Bringmann war es ein „ganz bewegender Moment“, als die ersten vier kongolesischen Studierenden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an der Universität Kinshasa die Urkunden für ihr neu geschaffenes Elite-Stipendium entgegennahmen. Der Würzburger Naturstoffchemiker pflegt seit Jahren eine enge Kooperation mit der Universität Kinshasa. Gemeinsam mit seinen Partnern, Professor Virima Mudogo, Vizepräsident der Universität von Kinshasa, und Professor Dibungi Kalenda, Department für Pharmazeutische Biologie, hat er nun das Exzellenz-Stipendium ins Leben gerufen – eine weitere Säule in der vielschichtigen Zusammenarbeit der beiden Universitäten.

    Die vier Stipendiaten (von links): Dieudonné Tshitenge Tshitenge (Pharmazie), Gyslaine Buunda Nyota (Chemie), Blaise Pascal Lombe Kimbadi (Chemie) und Jean-Pierre Koy-Sita Mufusama (Pharmazie) können sich ein Jahr lang ganz auf ihr Studium konzentrieren. Foto: privat

    Die vier Stipendiaten – Dieudonné Tshitenge Tshitenge (Pharmazie), Gyslaine Buunda Nyota (Chemie), Blaise Pascal Lombe Kimbadi (Chemie) und Jean-Pierre Koy-Sita Mufusama (Pharmazie) – haben sich in einem strengen Bewerbungs- und Auswahlverfahren durchgesetzt. Mit dem Stipendium soll ihr Studium an der Universität Kinshasa finanziert werden, zunächst für ein Jahr. Vor dem Hintergrund der Partnerschaft zwischen den Universitäten Würzburg und Kinshasa werden sie in Würzburg als Gasthörer eingeschrieben sein.

    Mit dem neu geschaffenen Stipendien-System will man laut Bringmann herausragende Studierende aus der Demokratischen Republik Kongo möglichst vom zweiten oder dritten Studienjahr an gezielt finanziell und ideell fördern. Das privat finanzierte Stipendium soll es ihnen ermöglichen, sich ausschließlich auf ihre Studien zu konzentrieren. Sie sollen nicht kostbare Zeit darauf verwenden müssen, sich ihren Lebensunterhalt mit fachfremden Arbeiten zu verdienen. Unterstützend dazu wird derzeit ein Tutorensystem aufgebaut.

    Damit verfolgt man das Ziel, aussichtsreiche junge Studierende rasch an einen Auslandsaufenthalt heranzuführen – und den Trend zu durchbrechen, dass der Altersschnitt von Studierenden und Professoren an der Uni Kinshasa sehr hoch ist. Aktuell hätten die Absolventen wegen ihres Alters in aller Regel wenig Chancen auf ein Auslandsstipendium, das ihnen eine Doktorarbeit zum Beispiel in Europa und im Anschluss eine akademische Karriere ermöglichen würde, berichtet Bringmann.

    Die Stipendien-Urkunden wurden in Gegenwart des gesamten Präsidiums der Universität Kinshasa sowie vieler anderer Honoratioren, Professoren und Studenten überreicht – in Verbindung mit einem Glückwunschschreiben des Präsidenten der Universität Würzburg, Professor Axel Haase. Dabei erläuterte Bringmann die Strategien und Bausteine des gemeinsamen Förderprogramms. Der stellvertretende Minister für Ausbildung und Forschung, Zachée Rugabisha Nsengiyumva, hob die Bedeutung dieser Initiative für die Entwicklung der Universität Kinshasa hervor.

    Schon bald soll das Stipendien-Konzept auch auf die anderen Fachrichtungen der Universität Kinshasa ausgeweitet werden. Vorbereitungen hierzu gibt es im Bereich der Zahnmedizin, der Tropenmedizin und der Mineralogie.

     
    Quelle: UNI-INTERN, Wöchentliches Online-Mitteilungsblatt der Universität Würzburg, Ausgabe 12 vom 25. März 2008

    Weiterer Brückenschlag nach Kinshasa

    Über hundert Schülerinnen und Schüler, überwiegend aus der neunten Jahrgangsstufe, strömen in den Vortragsraum des Würzburger Friedrich-Koenig-Gymnasiums. Erwartungsvoll blicken sie auf die drei Gäste, die an ihrer Schule zwei Stunden lang den Unterricht übernehmen – allesamt Professoren, die über die Demokratische Republik Kongo informieren wollen: Gerhard Bringmann, Naturstoffchemiker von der Universität Würzburg, Virima Mudogo, Vizepräsident der Universität Kinshasa, und Dibungi Kalenda, Leiter des Departments für Pharmazeutische Biologie dieser Hochschule.

    Schulleiter Siegfried Rose vom Friedrich-Koenig-Gymnasium (rechts) sowie die Professoren Dibungi Kalenda, Virima Mudogo und Gerhard Bringmann. Foto: privat

    Schulleiter Siegfried Rose verdeutlichte in seiner Begrüßungsrede das Ziel der Begegnung: Die Schüler sollen über den Tellerrand hinausschauen, ein Land und seine Menschen wahrnehmen, die ihnen fremd sind. Neugierig verfolgten die Zuhörer dann, was Bringmann, Kalenda und Mudogo ihnen erzählten. Die Wissenschaftler zeigten eindrucksvolle Bilder von der Tier- und Pflanzenwelt des afrikanischen Landes, vom mächtigen Kongo-Fluss, von der Universität Kinshasa, von einem kongolesischen Gymnasium und einem typischen kleinen Dorf. Sie berichteten aber auch von der kolonialen Vergangenheit. Wegen ihr ist der Kongo heute ein armes Land, obwohl es dort reiche Bodenschätze gibt.

    Besonders berührt waren die Zuhörer, als sie von gefährlichen Tropenkrankheiten wie Malaria erfuhren, vom Problem der Resistenz der Erreger gegen bewährte Medikamente und von der erfolgreichen gemeinsamen Suche der drei Wissenschaftler nach neuen Wirkstoffen gegen die Seuchen. Bringmann ist Experte auf diesem Gebiet. Er schaffte es, dass die Gymnasiasten starken Anteil an den Problemen nahmen und viele Fragen stellten. So interessierten sie sich immer mehr für das gemeinsame Projekt zwischen den Universitäten Würzburg und Kinshasa sowie dem Friedrich-Koenig-Gymnasium.

    Geknüpft wurde der Kontakt über die Lehrerin Sonja Habisreitinger, den Lehrer Bert Eitschberger und Professor Bringmann, die erste Ideen schon im Rahmen von Bücherspenden und am Rande von gemeinsamen Staatsexamens-Prüfungen konzipiert hatten. So spendeten die Würzburger bereits Schutzbrillen für den Chemie-Unterricht in dem kongolesischen Gymnasium und einen Bienenkorb für ein gemeinsames Projekt in einem Dorf, in dem nun die Imkerei etabliert werden soll. Erleichtert wird die Schulkooperation dadurch, dass das Gymnasium auf dem Campus der Uni Kinshasa liegt. Es handelt sich um eine große Schule mit knapp 6.000 Schülern, von der Vorschule (ab drei Jahren) bis zum Abitur.

    Die Würzburger Kinder und ihre Lehrer sind inzwischen so begeistert, dass sie nun weitere Pläne zum Ausbau dieser vermutlich einzigartigen und erstmaligen Kooperation eines deutschen und eines kongolesischen Gymnasiums schmieden. Dazu gehören gemeinsame Videokonferenzen, kulturelle Projekte und erste Überlegungen für einen Schüleraustausch.

     

    Quelle: Uni Intern, Ausgabe 1 vom 8. Januar 2008

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