Intern
    THE BRINGMANN GROUP: BIOACTIVE COMPOUNDS FROM NATURE

    Posterpreis für Jungforscher

    Die Preisträger der Würzburger Chem-SyStM, des Chemie-Symposiums der Studierenden Mainfrankens, mit einigen Juroren. Foto: Jungchemikerforum Würzburg

    Die eigenen Forschungsarbeiten vor Publikum präsentieren: Das konnten Studierende, Diplomanden und Promovenden aus Chemie, Pharmazie und fachnahen Disziplinen bei der Chem-SyStM, dem Chemie-Symposium der Studierenden Mainfrankens. Die besten Beiträge wurden ausgezeichnet.

    Die Chem-SyStM fand am 7. Dezember im Zentralgebäude Chemie der Universität Würzburg statt. Mit der Resonanz war der Veranstalter, das Jungchemikerforum Würzburg, sehr zufrieden: 112 Poster waren eingereicht worden, zeitweise drängten sich in der Ausstellung bis zu 250 Besucher.

    Die besten Poster wurden am Ende ausgezeichnet. Die Preisträger sind Peter Brenner, Daniela Platte, Veronika Schmitt, und Thomas Sowik (Kategorie Anorganische Chemie und Materialwissenschaften), Christian Albert, Sebastian Bischof, Hannah Bürckstümmer und Peter Buschmann (Kategorie Organische Chemie und Biochemie), Katja Schmalbach und Magdalena Schneider (Pharmazie und Lebensmittelchemie) sowie Kathrin Fischer und Alexander Paasche (Kategorie Physikalische und Theoretische Chemie).

    Juroren in den einzelnen Kategorien waren Professoren eines jeweils anderen Instituts. Auch das Publikum konnte sein Lieblings-Poster küren – und entschied sich für das Werk von Astrid Jahnke und Sabine Lorenzen. Alle Preisträger erhielten Urkunden.

    Armin Welker holte sich den Preis für das beste „Appetithäppchen“. Dahinter verbergen sich Kurzvorträge, in denen die Poster-Aussteller im Hörsaal für ihre Forschungsarbeit werben konnten – mit dem Ziel, möglichst viel Publikum an ihr Poster zu locken. Gesponsert wurde dieser Preis von der Firma Merck KGaA.

    Bericht des Jungchemikerforums über die Chem-SyStM

    Quelle: einBLICK vom 14.12.2010

    Partner aus Kinshasa zu Gast

    Virima Mudogo (rechts) und Josaphat Ndelo von der Universität Kinshasa zu Besuch bei Würzburgs Universitätspräsident Alfred Forchel (links). Mit auf dem Foto Gerhard Bringmann, der die Uni-Partnerschaft zwischen Würzburg und Kinshasa mit initiiert hat. Foto: Robert Emmerich

    Die Uni-Partnerschaft zwischen Würzburg und Kinshasa (Kongo) trägt weitere Früchte: Die ersten kongolesischen Studierenden, die mit Exzellenz-Stipendien gefördert werden, haben ihre Bachelor-Abschlüsse gemacht – und dabei sehr gut abgeschnitten. Das und mehr berichteten zwei hochrangige Vertreter aus Kinshasa bei einem Besuch in Würzburg.


    Das Stipendien-Programm BEBUC für herausragende Studierende in Kinshasa ist Teil der Uni-Partnerschaft mit Würzburg. Es hilft den jungen Afrikanern, ihr Studium zügig und mit Tiefgang zu absolvieren. Im Anschluss sollen sie im Ausland weiter studieren, promovieren und dann als Nachwuchswissenschaftler nach Kinshasa zurückkehren.

    Die Rückkehr in den Kongo ist besonders wichtig, denn ein Problem der Uni Kinshasa besteht darin, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten schwer unter Diktatur und Unruhen gelitten hat. Heute gehen nur noch sehr wenige Absolventen ins Ausland – und kehren dann meist nicht zurück. Als Folge davon überaltert die Professorenschaft, die Qualität der Lehre nimmt ab. Diesen Teufelskreis soll das Stipendiensystem durchbrechen helfen.


    Stipendiaten mit exzellenten Studienleistungen


    Derzeit gibt es an der Uni Kinshasa 22 BEBUC-Stipendiaten. Sie bekommen interdisziplinäre Seminare und werden von Tutoren betreut. Die Förderung stammt aus privaten Patenschaften und von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung. Sie hat dazu geführt, dass sie zum Teil herausragende Studienleistungen bringen. Vier Stipendiaten haben jetzt erstmals den Bachelor abgeschlossen – „mit exzellenten Ergebnissen, meist mit Auszeichnung“, so der Würzburger Chemie-Professor Gerhard Bringmann, Mitinitiator des privat finanzierten Stipendien-Programms und der Uni-Partnerschaft.

    Die Studentin Tania Bishola Tshitenge zum Beispiel hat mit 80 Prozent der möglichen Punkte das mit Abstand beste Ergebnis ihres Jahrgangs in der Biologie erzielt. Der Stipendiat Dieudonné Tshitenge Tshitenge erreichte mit 70 Prozent in der Pharmazie ebenfalls das beste Resultat in seinem Fach. Und Hervé Lekuya Monka, derzeitiger Sprecher der Stipendiaten, hat das beste Ergebnis von weit über 600 Medizinstudierenden in seinem Jahrgang erzielt.


    Förderverein schmiedet neue Pläne


    Zum Stipendien-Projekt gibt es einen Förderverein, dessen Vorsitzender Gerhard Bringmann ist. Dem Vorstand gehören auch die kongolesischen Professoren Virima Mudogo und Josaphat Ndelo an, die jetzt zu Besuch in Würzburg waren.

    Aus diesem Anlass schmiedete der Verein neue Pläne: Wo und mit welcher Förderung könnten die exzellenten Bachelor-Absolventen nun ihre Masterarbeit angehen? Vorzugsweise sollte das an einer exzellenten afrikanischen Universität geschehen, damit die Stipendiaten lernen, mit zum Teil bescheidenen Mitteln „afrikanische Lösungen“ für wissenschaftliche Probleme zu erarbeiten. Zudem soll dadurch ihre afrikanische Identität gestärkt werden – damit sie nach einer Doktorarbeit in Europa oder den USA wieder in den Kongo zurückkehren.


    Über Josaphat Ndelo


    Der Kooperationsvertrag zwischen den Universitäten Kinshasa und Würzburg hat seine Wurzeln im Jahr 2003. Die Vereinbarung unterzeichnete auf kongolesischer Seite Josaphat Ndelo, der damals Präsident der Uni Kinshasa war und nun seinen ersten Besuch in Würzburg absolvierte. Eingeladen war der Toxikologie-Professor vom hiesigen Sonderforschungsbereich 630 „Neue Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten“.


    Über Virima Mudogo


    Ndelos Begleiter Virima Mudogo war zur Internationalen Gender-Woche des Alumni-Büros eingeladen. Mudogo hat in den 1980er-Jahren in der Würzburger Chemie seine Doktorarbeit angefertigt. Seitdem kooperiert er nicht nur wissenschaftlich mit Gerhard Bringmann: Die beiden Naturstoffchemiker haben auch die Partnerschaft zwischen Kinshasa und Würzburg initiiert und realisiert.


    Besuch bei Universitätspräsident Alfred Forchel


    Die afrikanisch-deutsche Kooperation hat bisher zu mehreren gemeinsamen Publikationen und sogar zum ersten deutsch-kongolesischen Patent geführt. Über diese und weitere Neuigkeiten aus der Partnerschaft informierten die Professoren bei ihrem Besuch auch Würzburgs Universitätspräsident Alfred Forchel. Die Afrikaner dankten ihm für die stete Unterstützung des Kooperationsprogramms und luden ihn im Namen der Universität Kinshasa zu einem Besuch in den Kongo ein.

    Kontakt: Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg, T: (0931) 31-85323

    E-Mail: bringman@chemie.uni-wuerzburg.de


     

    Wirkstoffe gegen Malaria

    Die vier Stipendiaten (von links): Dieudonné Tshitenge Tshitenge (Pharmazie), Gyslaine Buunda Nyota (Chemie), Blaise Pascal Lombe Kimbadi (Chemie) und Jean-Pierre Koy-Sita Mufusama (Pharmazie) können sich ein Jahr lang ganz auf ihr Studium konzentrieren. Foto: privat

    Afrikanische Pflanzen aus der Familie der Affodill-Gewächse enthalten interessante Naturstoffe: Einige davon wirken im Laborversuch gegen Malaria-Erreger und Tumorzellen. Professor Gerhard Bringmann von der Universität Würzburg erforscht diese Naturstoffe; er kooperiert dabei mit den Universitäten Johannesburg (Südafrika) und Nairobi (Kenia).


    Das afrikanisch-deutsche Forschungsteam hat aus den Pflanzen mehrere potenzielle Wirkstoffe gegen Tumoren und den Malaria-Erreger isoliert und ihre chemischen Strukturen aufgeklärt. Die medizinisch interessanten Stoffe heißen Phenylanthrachinone. Sie kommen zum Beispiel in der Fackellilie (Kniphofia) vor oder in der Bulbine. Beide Pflanzen sind in Afrika heimisch und in Südafrika weit verbreitet. Zuchtformen der Fackellilie gedeihen als Zierpflanzen auch in deutschen Gärten.

    Gerhard Bringmann: „Phenylanthrachinone sind eine ganz ungewöhnliche Klasse von Naturstoffen: Die Moleküle bestehen aus zwei Teilen, die über eine Achse miteinander verbunden sind.“ Die Achse kann sich nicht frei drehen, und darum treten die Moleküle in verschiedenen spiegelbildlichen Formen auf, die unterschiedliche Wirkungen haben können.

    Aktiv gegen Leukämie und Malaria

    Alle Phenylanthrachinone besitzen ein bestimmtes Bauelement, das auch in anderen Anti-Tumor-Wirkstoffen vorkommt. Die Vermutung lag also nahe, dass die Phenylanthrachinone gegen Krebszellen aktiv sein müssten.

    „In Labortests zeigten die Stoffe, etwa das Knipholon, zum Teil ganz exzellente Wirkungen gegen bestimmte Leukämiezellen“, so Bringmann. Der Effekt sei durchaus vergleichbar mit dem von Etoposid, einer Substanz, die in der Krebstherapie etabliert ist.

    Aufgefallen sind einige der Naturstoffe bei Testreihen im Labor auch dadurch, dass sie gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum wirken. Dieser einzellige Parasit befällt im Organismus des Menschen unter anderem die roten Blutkörperchen.

    Strukturen aufgeklärt, Synthesen realisiert

    Entdeckt wurden die medizinisch interessanten Wirkungen der Phenylanthrachinone im Würzburger Sonderforschungsbereich 630. Dieser hat sich die Erkennung, Gewinnung und funktionale Analyse von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten zum Ziel gesetzt; Gerhard Bringmann ist sein Sprecher.

    Die Würzburger Naturstoffchemiker haben sich in den vergangenen Jahren intensiv damit beschäftigt, die genaue dreidimensionale Struktur der Phenylanthrachinone aufzuklären und sie synthetisch herzustellen. Ein Höhepunkt dieser Arbeiten war die Entdeckung so genannter dimerer Vertreter: In diesem Fall lagern sich zwei Moleküle aneinander. Stolz verweist Bringmann zudem auf die erstmalige Laborsynthese einer ganzen Serie von Knipholon-ähnlichen Wirkstoffen.

    „Durch unsere Arbeiten ist die Zahl der bekannten Phenylanthrachinone von fünf auf über 20 gestiegen“, sagt der Würzburger Professor. Doch immer noch seien die Inhaltsstoffe vieler Kniphofia- und Bulbine-Arten gar nicht oder unzureichend erforscht. Das zu ändern, ist ein zentraler Ansatzpunkt des Dreiecksprojektes Johannesburg – Nairobi – Würzburg.

    Spezialgebiete der afrikanischen Partner

    Die südafrikanischen Partner um Professor Ben-Erik Van Wyk in Johannesburg beschäftigen sich mit der botanischen Verwandtschaft und der taxonomischen Einordnung der Pflanzen – sie gelten auf diesem Gebiet als die Weltexperten schlechthin. Der wechselseitige Austausch mit den Südafrikanern steht noch am Anfang.

    Gegenseitige Gastbesuche mit den kenianischen Partnern aus der Gruppe von Professor Abiy Yenesew sind seit längerem etabliert. Die Gruppe will das Wissen aus der traditionellen Volksmedizin und Ergebnisse der pflanzenchemischen Forschung zusammenführen und damit einen Beitrag zur pharmazeutischen Erschließung afrikanischer Heilpflanzen leisten.

    Fast 100 Pflanzenarten haben die kenianischen Forscher bislang zusammengetragen und botanisch charakterisiert. Etwa 25 davon haben sie in einem gemeinsamen Projekt, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), in den Laboratorien in Nairobi und in Würzburg pflanzenchemischen Analysen unterworfen. Dabei wurden unter anderem neue Phenylanthrachinone aus Kniphofia- und Bulbine-Arten entdeckt und strukturell aufgeklärt.

    Riesenmolekül mit spannenden Eigenschaften

    „Noch lange sind nicht alle Schätze gehoben, die die Affodill-Gewächse für uns parat halten“, sagt Gerhard Bringmann. Laufende Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Pflanzen gleich vier Phenylanthrachinon-Moleküle quasi zu einem „Riesenmolekül“ zusammenbauen können. Dieses sei besonders spannend. Wegen seiner speziellen räumlichen Struktur kann es möglicherweise mit Enzymen oder der Erbsubstanz DNA in Wechselwirkung treten – eine günstige Eigenschaft für potenzielle medizinische Anwendungen.

    Weiter Weg zu neuen MedikamentenDer Weg hin zur Entwicklung neuer Medikamente allerdings ist weit und schwierig, zeitaufwändig und kostenintensiv. „Noch ist nicht absehbar, ob die Phenylanthrachinone den Sprung in die pharmazeutische Entwicklung und letztendlich in die klinische Prüfung schaffen werden“, so Bringmann.Dennoch will der Dreiecksverbund Johannesburg – Nairobi –Würzburg weitere potenzielle Arzneistoff-Kandidaten identifizieren. Solche Kooperationsprojekte sind wichtig: Seit Jahren stagniert laut Bringmann die Zahl der neu zugelassenen Medikamente, obwohl der Bedarf an neuen Wirkstoffen und Therapiekonzepten enorm hoch ist. Alleine an Malaria und Krebs sterben jährlich Millionen von Menschen.

    Kontakt: Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg, T: (0931) 31-85323

    E-Mail: bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

    Exzellenzstipendien für den Kongo

    Zwei Studierende der Katholischen Universität Graben ...
    ... und 22 Studierende der Universität Kinshasa erhalten Stipendien aus einem System, das der Würzburger Professor Gerhard Bringmann zusammen mit seinen kongolesischen Kollegen Virima Mudogo und Dibungi Kalenda initiiert hat. (Fotos Gerhard Bringmann)

    Die Universität Würzburg baut ihre partnerschaftlichen Beziehungen in der Demokratischen Republik Kongo aus. Nach der Universität Kinshasa besteht jetzt auch mit der Katholischen Universität Graben ein Kooperationsvertrag. Dass diese Partnerschaften leben, zeigt die Tatsache, dass inzwischen 24 herausragende Studierende dieser Universitäten ein Stipendium erhalten, das der Würzburger Professor Gerhard Bringmann mit seinen kongolesischen Kollegen, den Professoren Virima Mudogo und Dibungi Kalenda, ins Leben gerufen hatte.

    22 Studierende der Uni Kinshasa im Kongo und zwei Studierende der Katholischen Universität Graben in Butembo im Osten des Landes sind seit Kurzem Stipendiaten des Exzellenzstipendiums „BEBUK“. Das Stipendiensystem hatten drei Professoren – der Würzburger Naturstoffchemiker Gerhard Bringmann und seine Kollegen Virima Mudogo sowie Dibungi Kalenda – Anfang 2008 als ein rein privat finanziertes System initiiert.

    Ziel dieses Programms ist es, die „einstmals exzellente universitäre Ausbildung in der Demokratischen Republik Kongo zu verbessern“, erklärt Gerhard Bringmann. BEBUK solle es besonders begabten jungen Kongolesen ermöglichen, ihr Studium im Kongo schnell und erfolgreich abzuschließen. Ihre Doktorarbeit sollen sie anschließend beispielsweise in Europa oder in den USA schreiben, um so „einen höchstmöglichen Forschungsstand zu gewährleisten“, sagt Bringmann.

    Nach ihrer Ausbildung sollen die Studierenden als junge Hochschullehrer unbedingt nach Afrika zurückkehren, wo sie gebraucht werden, und ihr Wissen weitergeben. „Das BEBUK-Stipendiensystem ist nicht nur eine akademische Aufgabe, sondern auch eine humanitäre Herausforderung“, erklärt der Wissenschaftler. Es soll den Wiederaufbau von Lehr- und Forschungstätigkeit in einem Nachkriegsland unterstützen.

    Erfolgreiche Evaluierung

    Mittlerweile ist das Förderprogramm, für das sich anfangs nur Studierende der Universität Kinshasa bewerben konnten, sehr gut angelaufen: Nach dem Start mit den Fächern Chemie und Pharmazie folgten zwei Erweiterungsphasen, erst mit Medizin, Jura und Literaturwissenschaften sowie danach mit Biologie, Physik, Wirtschaftswissenschaften und Informatik, also mit neun Fächern.

    Weil sich bei der jüngsten Evaluierung des Stipendiensystems, die von Gerhard Bringmann geleitet wurde, der Erfolg bestätigte, wurde das Stipendiensystem erstmals für alle zehn Fakultäten der Universität Kinshasa geöffnet. Dabei wurden in einem kompetitiven Verfahren 14 der bereits geförderten Stipendien verlängert und acht neue exzellente Kandidaten aus weiteren Fächern in das Fördersystem aufgenommen, so dass nun fast alle Fakultäten in dem Stipendiensystem vertreten sind.

    Die 22 Stipendiaten erhielten ihre Urkunden im Rahmen einer großen Feier, bei der unter anderem Vertreter der Botschaft, des Erziehungsministers, des Bürgermeisters, der Universitätsleitung und weitere geladene Festgäste anwesend waren.

    Erweiterung des Stipendiensystems auf eine zweite kongolesische Uni

    Zudem wurde nun mit der Katholischen Universität Graben (UCG) in Butembo erstmals eine weitere kongolesische Universität mit in das Fördersystem aufgenommen. Im Gegensatz zur Uni Kinshasa, der großen staatlichen Universität im Westen mit vollem Fächerangebot, handelt es sich bei der Katholischen Universität um eine kleine, private Universität im Osten des Landes, mit nur wenigen ausgewählten Fächern. „An diesen beiden Universitäten wird das Fördersystem modellhaft erprobt und weiter ausgebaut“, sagt Gerhard Bringmann. Von dort kommen nun zwei Studierende der Medizin in den Genuss der Stipendien.

    Ausgeweitet wurde das Stipendiensystem auch in anderer Hinsicht: Erstmals beteiligt sich eine weitere europäische Universität an dem Fördersystem – die Universität Genf. Kontaktperson dort ist Dr. Karine Ndjoko, einer gebürtige Kongolesin, die heute als Schweizerin im Bereich der Naturstoffchemie arbeitet.

    Neuer Kooperationsvertrag

    Auf seiner jüngsten Reise in den Kongo hatte Gerhard Bringmann ein wichtiges Gepäckstück mit dabei: einen bereits vom Präsidenten der Universität Würzburg, Professor Alfred Forchel, unterschriebenen Kooperationsvertrag für die Katholische Universität Graben. Nachdem dieser in einer feierlichen Zeremonie in Butembo vom dortigen Rektor, Professor Mafikiri Tsongo, unterschrieben wurde, ist die UCG nun offizielle Partneruniversität der Julius-Maximilians-Universität.

    Frauenförderung als wichtige Aufgabe

    Die Förderung von exzellentem weiblichem Hochschulnachwuchs ist nach Aussage von Gerhard Bringmann ein wichtiges Anliegen des Stipendiensystems. Erfreut zeigte sich der Wissenschaftler deshalb über die Tatsache, dass unter den acht neu ausgesuchten Stipendiaten in Kinshasa drei Frauen vertreten sind und auch in Butembo eine der beiden Neu-Stipendiaten weiblich ist.

    Von einer „weiteren schönen Feier in Kinshasa im Zusammenhang mit der Nachwuchsförderung“ berichtet Bringmann: Der Promotion von Dr. Nadège Ngombe Kabamba. Dabei handelt es sich um die vierte Promotion im Bereich der Pharmazie an der Universität Kinshasa – und um die erste Doktorarbeit einer Frau. „Umso schöner, dass sie mit der Note ‚La Plus Grande Distinction‘ abschnitt“, sagt Bringmann, der auch im Promotionskomitee wirkte.

    Forschung zur Medizin der Menschenaffen

    Die weiteren Karriereschritte von Nadège Ngombe Kabamba stehen bereits fest: Gemeinsam mit Gerhard Bringmann, Karine Ndjoko, Dibungi Kalenda und Virima Mudogo hat die junge Pharmazeutin bei der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Förderantrag für ein Nachwuchsgruppenprojekt gestellt. Thema ist die Nutzbarmachung der medizinischen Kenntnisse von Bonobos, der dem Menschen am nächsten verwandten Menschenaffenart, die nur im Kongo vorkommt. „Dies ist ein ganz wichtiger Schritt zur Verhinderung von ‚Braindrain‘, also dem Abwandern der wenigen sehr guten Wissenschaftler aus ‚schwierigen‘ Ländern“, sagt Bringmann.

    Solch Drittmittel-geförderte Forschungsprojekte voranzutreiben sehen die Wissenschaftler als eine wichtige Aufgabe des Netzwerks Würzburg – Kinshasa – Butembo – Genf, neben den anderen Vorhaben: das Ausbildungssystem verbessern und den wissenschaftlicher Nachwuchs fördern. Thema dieser Forschungsarbeiten wird beispielsweise die Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten sein.

    Das Stipendiensystem BEBUK

    Unterstützung findet das Projekt vor allem durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung sowie durch einen eigens hierfür gegründeten Förderverein Uni Kinshasa e.V., dessen Vorsitzender Gerhard Bringmann ist. In den wenigen Monaten seit seiner Gründung konnte der Verein bereits 60 Mitglieder gewinnen, nicht nur aus Würzburg, sondern aus ganz Deutschland, aber auch aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und aus verschiedenen afrikanischen Ländern wie Kenia, Botswana und dem Kongo. Mit den Mitteln konnten in Kinshasa ein eigenes BEBUK-Büro und ein Seminarraum eingerichtet und eine Sekretärin sowie Tutoren eingestellt werden.

    Persönliche Patenschaften

    „Das Kernstück der Förderung jedoch ist und bleibt die Finanzierung der Stipendiaten ‚Person-zu-Person‘ in direkten Patenschaften“, sagt Bringmann. Mehr als 20 Paten aus verschiedenen Ländern, auch aus dem Kongo, haben sich nach seinen Worten dazu bereit erklärt. Diese Paten pflegen persönliche Korrespondenz mit „ihren“ Stipendiaten und helfen mit, Probleme zu überwinden, beispielsweise wenn es nach Auslandsaufenthalten darum geht, dass die jungen Wissenschaftler wieder in ihr Heimatland zurückkehren und dort Fuß fassen wollen. Hierbei werden die Stipendiaten auch von den BEBUK-Mentoren unterstützt, durch Mithilfe und Beratung bei Förderprogrammen.

    Zukunftspläne

    Von der zukünftigen Entwicklung des Stipendiensystems hat Gerhard Bringmann klare Vorstellungen: „Es ist geplant, dieses weltweit wohl einzigartige Stipendiensystem ‚BEBUK‘ in der Zukunft letztlich auf alle Universitäten im Kongo auszudehnen und auch auf die Universitäten anderer Länder. Interesse hierzu wurde bereits von anderen afrikanischen Universitäten bekundet.“

    Kontakt: Prof. Dr. Gerhard Bringmann, T: (0931) 31-85323

    E-Mail: bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

    Link: Zur Homepage der Fördervereins

    Dechema-Posterpreis für Barbara Hertlein und Yasmin Hemberger

    Mit dem Preis für das beste Poster wurden Barbara Hertlein und Yasmin Hemberger aus unserem Arbeitskreis für ihr Poster "Total Synthesis, Stereostructures, and –dynamics of Novel N,C-Coupled Naphthylisoquinolines' bei den 22. Irseer Naturstofftagen der Dechema vom 24.-26. Februar 2010 im Kloster Irsee ausgezeichnet. Bei der Prämierung wurden sowohl die wissenschaftliche Qualität und Originalität der Forschungsergebnisse als auch ihre ansprechende Gestaltung bewertet. Weiterhin am Poster beteiligt waren weiterhin Dipl.-Chem. Anu Schaumlöffel, Dr. Tanja Gulder und Dipl.-Chem. Philipp Stawski.

    Yasmin Hemberger, Barbara Hertlein und Prof. Gerhard Bringmann (von links nach rechts)
    Kontakt

    Lehrstuhl für Organische Chemie I
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-85322
    Fax: +49 931 31-84755
    E-Mail

    Suche Ansprechpartner

    Hubland Süd, Geb. C1