Biaxiale Nematogene

Im Gegensatz zu kolumnaren Systemen will man bei den biaxialen Mesogenen die Nanosegregation und die Kristallisation vermeiden. Die Anordnung in der LC Phase soll nur durch die Molekülanisotropie bestimmt sein. Die Kontrolle der Formanisotropie findet bei den V-förmigen Molekülen 5-7 über Armlänge und gewinkeltes Zentrum statt. Für V-förmige Nematogene wurde die Anordnung in sogenannten biaxial nematischen Phasen vorhergesagt. Dabei müssen sich alle drei Molekülachsen jeweils entlang einer Vorzugsrichtung orientieren, wobei die Massenschwerpunkte der Moleküle weiterhin isotrop verteilt bleiben. Eine Umorientierung um die kurze Molekülachse könnte später zu kürzeren Schaltzeiten in Flüssigkristallanzeigen führen (siehe Flüssigkristallmoleküle sollen sich schneller drehen) [7]

Die thermotrop biaxial nematische Phase niedermolekularer Verbindungen ist eine trügerische Mesophase, da einige Methoden die Biaxialität vortäuschen können. In unserer Gruppe werden dünne orientierte Flüssigkristallfilme präpariert und mittels der Orthoskopie und Konoskopie untersucht. Steht ein Direktor einer biaxialen Phase 45° zu Polarisator und Analysator, so beobachtet man in der Orthoskopie Doppelbrechung, während die Konoskopie ein Aufsplitten der sogenannten Isogyren und, bei Einschub eines Zirkularpoarisators, zwei optische Achsen zeigt. Erstere Indizien können eine Biaxialität vortäuschen, falls die Moleküle lediglich in einer dünnen Schicht an der Oberfläche orientieren, aber nicht in der Bulkphase. Die Hinweise auf eine Phasenbiaxialität erhärten sich jedoch, falls die Isogyren und auch die beiden optischen Achsen klar separiert sind. Das Bild wird zusätzlich abgerundet durch Röntgenbeugung an im Magnetfeld orientierten Proben, die die Orientierung von zwei molekularen Achsen beweisen. [5]

 

Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg     Am Hubland     97070 Würzburg

Prof. Dr. M. Lehmann > Wissenschaft/Forschung > Aktuelles Forschungsgebiet > V-förmige Mesogene