Universität Würzburg
Institut für Organische Chemie
UW - C 120
03/96
F+Xn
Acetaldehyd [75-07-0]
C2H4O; farblose, flüchtige, mit Wasser unbegrenzt mischbare Flüssigkeit. Die Dämpfe riechen stechend, stark verdünnt fruchtartig.
Gefahren für Mensch und Umwelt
Hochentzündlich. Acetaldehyddämpfe sind nur wenig schwerer als Luft und bilden mit dieser explosionsfähige Gemische. An Luft bilden sich explosionsfähige Peroxide. Acetaldehyd ist empfindlich gegen Reibung und gegen Licht. Es reagiert
heftig mit Oxidationsmitteln und konz. Schwefelsäure.
Schwächere Konzentration: Reizung der Schleimhäute von Auge, Nase, Atemwege, Katarrhe der Luftwege. Höhere Konzentration: Heftiger Husten mit Erstickungsgefühl, Betäubung, Bronchitis, Lungen- und Brustfellentzündungen. Chronisch: Bindegewebswucherungen in der Leber. Irreversibler Schaden möglich.
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladung treffen. Lagerung über 20øC nur unter Schutzgas (z. B. Stickstoff). Nicht mit Säuren, ätzenden oder leicht entzündlichen Stoffen zusammen lagern.
Schutzhandschuhe aus Gummi (nur kurzzeitiger Spritzschutz).
Verhalten im Gefahrfall (Unfalltelefon: 112)
Reinigungsmaßnahmen unter Atemschutz durchführen. Mit flüssigkeitsbindendem Material (z.B. Sand, Kieselgur, Universalbinder) aufnehmen. In gut verschließbaren Behältern der Entsorgung zuführen.
Wassernebel, Schaum, Kohlendioxid
Erste Hilfe
Nach Hautkontakt: Sofort mit viel Wasser abwaschen. Nach Augenkontakt: Mindestens 15 Minuten bei geöffnetem Lidspalt viel Wasser spülen. Augenarzt! Nach Einatmen: Frischluft und sofort verdünnte Ammoniakdämpfe einatmen lassen. Ruhe, Wärme . Bei Atemstillstand sofort Atemspende. Sofort Arzt hinzuziehen. Nach Verschlucken: Wasser trinken lassen. Den Betroffenen nur bei vollem Bewußtsein selbsttätig erbrechen lassen. Sofort Arzt hinzuziehen. Nach Kleidungskontakt: Beschmutzte Kleidung sofort ausziehen. Ersthelfer: siehe gesonderten Anschlag